Berichte

Wangerooge 2008

Donnerstag, 24.04.2008 | TL

Ein Bericht über die traditionelle Jugendfreizeit des Bezirkes Osnabrück. Ein Rückblick auf eine Woche Gemeinschaftspflege. Eine Möglichkeit, in einer Art Tagebuch die erlebte Zeit noch einmal Revue passieren zu lassen...


Montag, 17.03.2008

"Sie aber zogen aus…" (Markus 16, aus 20). Frei nach diesem Motto, natürlich mit einem anderen Ziel, fuhren wir am 17. März 2008 mittags mit den Bussen von Bünde und Lübbecke aus gen Norden.

Während der Fahrt füllten sich die Busse noch ein wenig und den ersten großen Zwischenhalt gab es am Autohof Vechta. Im Anschluss an eine ausgedehnte Pause ging es weiter bis zum Fähranleger in Harlesiel, den wir gegen 16:00 Uhr erreichten. Nachdem am Hafen die nochmalige Wartezeit bis zum Übersatz mit der Fähre genutzt wurde, um beispielsweise die Erinnerungs-Shirts an den Mann bzw. an die Frau zu bringen, kamen wir um etwa 18.30 Uhr auf der Insel an. Endlich an Land!

Wer sich jetzt noch körperlich in der Lage fühlte, konnte den kurzen Weg bis zum Schullandheim zu Fuß zurücklegen. Allen anderen blieb die zwar etwas bequemere, wenn auch langsamere Möglichkeit der Inselbahn. Später, gegen 19.45 Uhr - die Zimmer waren bereits aufgeteilt, das Gepäck verstaut und gedanklich war man auch so langsam angekommen - konnte sich jeder erst einmal beim gemeinsamen Abendessen stärken und neue Kräfte tanken.

Nach dem Abendessen läutete das von der Jugend-Projekt-Gruppe (JPG) initiierte Speed-Dating, bei dem wir uns untereinander schon etwas besser kennenlernen konnten, eine fulminante und erlebnisreiche Woche ein.

 

Dienstag, 18.03.2008

Der folgende Morgen begann zunächst mit einem gemeinsamen Frühstück und wie zu jedem Tagesbeginn wurden die Tages-Rahmenpunkte von der JPG bekannt gegeben.

Dieser Dienstag war, wie es Dienstage auch sonst meist sind, ein Tag der Jugendstunden. Wer wollte, konnte sich eines der beiden Themen aussuchen und die Jugendstunde besuchen, zu der man Lust hatte. Zur Auswahl standen "Mittendrin statt nur dabei" und "Jugend - und dann?". Ich denke, es war eine schöne, lockere Atmosphäre vorhanden und dennoch wurden viele ernste Dinge angesprochen, sodass eigentlich jeder etwas aus den Jugendstunden am Vormittag mitnehmen konnte.

Als die Jugendstunden beendet waren, hatten wir für den Rest des Tages alle Möglichkeiten: Man konnte in die Stadt gehen bzw. wenn man sich ein Fahrrad geliehen hatte, auch fahren oder man erkundete die Insel. Es wurden aber bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein auch viele sportlich aktiv, ob nun beim Volleyball- oder beim Fußballspielen.

An das Abendessen knüpfte ein gemeinsamer Filme- und Spieleabend an. Es wurden Filmbeiträge von Jugendtagen aus Süddeutschland gezeigt, die teils zum Nachdenken, teils zum Lachen anregten. Gelacht wurde auch später beim Spielen. Ob Poker, ob Mau-Mau, ob Tabu oder ähnliches - Spaß gemacht hat es in jedem Fall!

 

Mittwoch, 19.03.2008

Schon am Morgen des dritten Tages merkten wir, dass die Zeit enorm schnell vergeht und wollten verständlicherweise gar nicht an das Ende der Woche denken.

Bevor am späten Vormittag das große Fußballturnier starten konnte, gab es zunächst noch einen Musical-Workshop, zu dem sich alle Musical-Begeisterten und Interessierte einfinden konnten.

Das Projekt wurde begeistert mit zahlreichen Ideen geboren, verschiedene Gruppen wurden eingeteilt und so soll in Vorbereitung auf den Europa-Jugendtag im Frühjahr 2009 ein Musical stattfinden, dass im Bezirk Osnabrück mindestens einmal aufgeführt wird. Da die Planungen also erst begonnen haben und die Vorfreude und Spannung auch weiterhin erhalten bleiben soll, wird an dieser Stelle nichts weiter dazu verraten…

Das angesprochene Fußballturnier, bei dem auch eine Jugendleiter-Mannschaft ihr Können unter Beweis stellte, wurde von den Jugendlichen sowohl von Zuschauer- als auch von Spielerseite sehr gut angenommen. Ganze drei Mannschaften kickten um den begehrten ersten Platz, aber nur eine Mannschaft setzte sich am Ende knapp durch. Und dennoch waren alle Spieler auch Gewinner - denn Freude und Bewegung an der frischen Luft hatte schließlich jeder gewonnen. Und weil sich die Jugendleiter so zahlreich am Turnier beteiligten, machte es gleich doppelt so viel Spaß.
An dieser Stelle möchte ich natürlich auch das große Tischtennis-Turnier erwähnen, das unter der Beteiligung vieler im Tischtennisraum unter dem Speisesaal stattfand und ebenfalls Freude bereitete.

Im Anschluss an das Abendessen fanden sich viele Jugendliche in zwei Gruppen zusammen, die nach kurzer, kreativer Vorbereitungszeit ein improvisiertes Schauspiel-Programm auf die Beine stellten. Vorgegeben war ihnen nichts und trotzdem kam Sehenswertes dabei heraus.
Die eine Gruppe stellte Produkte in Form einer amerikanischen Dauerwerbesendung mit deutschen Stimmen vor, wie z.B. ein Raumspray für Diakone, mit welchem sich alle Gottesdienstteilnehmer wohl fühlen sollen oder auch das Wundergetränk gegen etwas einschläfernde Predigten von Amtsträgern.
Anders die zweite Gruppe: Hier wurden TV-Sendungen wie "Germany's Next Topmodel" oder "Wer wird Millionär?" in witziger Weise, aber zum Teil auch mit ernstem Hintergrund dargestellt.
Die Resonanz der anwesenden Zuschauer war enorm und es gab neben tobendem Beifall bestimmt auch Lachkrämpfe im Bauchbereich.

 

Donnerstag, 20.03.2008

Kaum zu glauben - nur noch ein kompletter Tag auf der Insel lag vor uns. Aber auch dieser Tag sollte uns wieder so einiges zu bieten haben.

Der für den Vormittag geplante Sandburgen-Contest musste wegen des Hochwassers auf den Nachmittag verschoben werden und irgendwie wollte das Wetter am vierten Tag auch nicht mehr so richtig mitspielen. Also vertrieben wir uns mit Dingen wie Tischtennis, Kartenspiel oder Tischkicker die Zeit.

Als einige Stunden später das Wasser weniger wurde und der Strand wieder zugänglich war, begann der Wettkampf um das kreativste Bauwerk aus Strandmaterialien. Aber nicht nur das Gebaute, sondern auch die Präsentation wurde mit in die Bewertung der Jury einbezogen. Die Bauarbeiten wurden durch den kalten Wind und den einsetzenden Regen erheblich beeinflusst, was aber niemanden vom Ziel abhielt. Und am Ende holten sich die Jugendleiter-Frauen den Sieg. Gratulation!
Aufgewärmt und wieder trocken ging es in den Abend, den Abend des Gründonnerstags. Es wurde für alle Interessierte eine Präsentation der Geschehnisse von Palmsonntag bis Karfreitag gezeigt. Parallel hierzu fand sich eine Gruppe Jugendlicher zusammen, die in Vorbereitung auf den Karfreitagsgottesdienst eine kleine Andacht im Speisesaal des Schullandheims ausrichtete. Und es herrschte tatsächlich andächtige Stille während dieser sinnlichen Stunde. Der Saal war dunkel und auf allen Tischen brannten Teelichter. Es wurde gelesen und gesungen, gelauscht und gespielt. Nach dieser Andacht war man eigentlich super auf den Gottesdienst eingestimmt. Und die Jugendleiter bereiteten zusammen mit ihren Frauen das Gottesdienstwort für den nächsten Morgen vor. Mit diesen Eindrücken neigte sich auch der vorletzte Inseltag seinem Ende.

 

Karfreitag, 21.03.2008

Nachdem wir wie immer das gemeinsame Frühstück eingenommen, uns für die Heimfahrt Lunchpakete gemacht und die Koffer fertig gepackt hatten, fand um 11.00 Uhr der Gottesdienst im Speisesaal statt, zu dem natürlich alle Gäste des Schullandheims eingeladen waren.
Es war schon etwas ganz besonderes, den Karfreitagsgottesdienst im Schullandheim auf einer Insel zu erleben. Der Dienstleiter, Bezirksevangelist Kallweit, aus dem Bezirk Wilhelmshaven war extra mit der Fähre angereist, um den Gottesdienst zu halten. Vielen Dank nochmals für diese Mühe!

Die Inselbahn stand schon bereit als der Gottesdienst beendet war. Jetzt hieß es nur noch "Gepäck aufladen!" und warten. Dann setzte auch noch Regen ein, aber zum Glück saßen wir im Trockenen. Mit der Bahn ging es zurück zum Hafen, wo bereits unsere Fähre wartete. Und mit dieser kamen wir schließlich wieder am Festland an. Dort erwarteten uns die Busse. Jetzt hieß es also Abschiednehmen von der Küste.

Unsere beiden Busse trafen sich noch einmal am Autohof Vechta und dann trennten sich die Wege wieder. Und so nach und nach wurden die Jugendlichen im Bus immer weniger und je mehr gehen mussten, desto mehr rief der Abschied ein wenig Wehmut herbei. Aber die Freude auf ein baldiges Wiedersehen überwog natürlich.
Am späten Abend kam schließlich jeder wieder im irdischen Heim an und konnte auf eine Woche voller Freude, Erlebnisse und neu gewonnener Freunde zurückblicken.

Wir hoffen, dass wir uns alle, nach dem Jugendtag in diesem und Düsseldorf im nächsten Jahr, in 2010 auf Wangerooge wiedersehen werden!!!

Eure JPG

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